Ich bin nicht ganz normal!

Ich bin nicht ganz normal!

Vermutlich hat sich das jeder schon einmal gedacht und dann ist der Gedanke auch schon wieder verflogen. Es gibt aber Menschen, die Abgrenzungsprobleme haben und ihre Umwelt und sich sehr feinfühlig wahrnehmen und mit diesem Glaubenssatz durchs Leben gehen. Dieses Phänomen wird Hochsensibilität genannt. Was das genau bedeutet und wie ich mich durch die Erkenntnis „hochsensibel“ zu sein, angefangen habe besser anzunehmen, bringt dir dieser Artikel näher.

Alle sind anders, ich passe nirgendwo dazu, manchmal ist mir alles viel zu viel, ich bin nicht ganz normal. Solche Sätze habe ich meine ganze Kindheit bis hin zum Erwachsenwerden als Glaubenssätze mit mir herum getragen. Heute weiß ich, dass ich feinfühliger und damit hochsensibel bin und mehr wahrnehme als andere Menschen. Naja….und was normal ist oder nicht, ist relativ und noch ein ganz anderes Thema.
Man kann nicht pauschal sagen, was Hochsensibilität bedeutet, es gibt unterschiedliche Nuancen dieser Gabe. Ich sage bewusst Gabe, da hochsensible Menschen Fähigkeiten haben, die nicht jeder besitzt. Ob man diese Gabe als gut oder schlecht bewertet, hängt von jemandem Selbst und der eigenen Wahrnehmung ab. Ich habe meine Sensibilität oft als Last empfunden.
Schon in meiner Kindheit habe ich viele Schwingungen, die im Raum gewesen sind, wahrgenommen, sodass ich beispielsweise merkte, dass ein Gespräch in einen Konflikt ausarten wird bevor es die beteiligten Personen überhaupt wussten. Ebenso habe ich oft spüren können, was andere für Bedürfnisse haben und mich für diese dann verantwortlich gefühlt. Empathie ist mein zweiter Vorname und ich fühle mich stark mit anderen Menschen verbunden. Ich habe ebenso einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und eine hochgradige Sinneswahrnehmung. Zu viele Reize schwirren um mich herum, die ich oft nicht absorbieren kann und die somit ungefiltert in mich hinein dringen. Zum Teil erschlagen mich die zu vielen Eindrücke und Informationen und machen mich müde. Ich fühle mich schnell energielos.

In sozialen Berufen fühle ich mich wohl. Ich habe ein gutes Menschengespür und kann oftmals Ereignisse hervorsehen und erahnen, wie die Dinge verlaufen werden. Ich bemerke allgemein Dinge in meiner Umgebung, die ich nicht unbedingt sehen muss. Wenn ich mich jedoch in eine Gruppe einbringen musste, fühlte ich mich häufig überfordert, da ich die vielen Erwartungshaltungen und Bedürfnisse jedes einzelnen versucht habe, wahrzunehmen, aber meist nicht alle auf einmal fassen konnte. Das machte mich wütend und gab mir ein Gefühl von Unsicherheit in der Gruppe. Vermutlich mochte ich deswegen nie Gruppen und bin heute auch kein großer Fan von ihnen. Freundesgruppen, Vereine, Arbeitsgruppen und was es sonst noch so für Gruppen gibt. Ich schreibe bewusst in der Vergangenheitsform, da ich lerne mit meiner Gabe umzugehen und versuche mich mehr auf mich und meine Bedürfnisse zu fokussieren. Ich grenze mich ab, wenn mir zu viele Menschen um mich herum zu viel werden und versuche die Dinge nicht allzu wuchtig an mich heran treten zu lassen. Dabei helfen mir viele Techniken mich mehr zu spüren und mich als sensibles Wesen wertzuschätzen und zu akzeptieren.

Falls auch einige Punkte, die hier aufgelistet sind auf dich zutreffen, kann es sein, dass auch Du hochsensibel bist. Ein paar wichtige Tipps, wie DU besser auf dich achten kannst, wenn Du diese Gabe hast, möchte ich dir aus meiner Erfahrung gerne mitgeben. Auch für diejenigen, die sich vom Alltag schnell erschlagen fühlen, sind die Techniken gut anwendbar.
Sei mutig, gehe für dich und probiere es einfach mal aus!

Hier die wichtigsten Techniken im Überblick:

  • Nehme dir Zeit für dich selbst. Erlerne eine Entspannungsmethode (Yoga, PMR, AT, Meditation, Qigong oder was dir beliebt). Informiere dich über das vielfältige Angebot!

 

  • Verbinde dich mit der Natur und entziehe dich bewusst der Reizüberflutung im Alltag. Im Wald verspürst du Freiheit und fühlst dich im Einklang mit Allem.

 

  • Sei dir deiner eigenen inneren Stimme bewusst und beobachte, wie du mit dir selbst kommunizierst. Hinter jedem „negativen“ Gefühl steckt ein unerfülltes Bedürfnis! Die GFK nach Rosenberg kann dir helfen zu dir und deinen Gefühlen und Bedürfnissen zu gelangen.

 

  • Lerne deine Grenzen nach Außen hin klar zu machen. Werde dir deiner Bedürfnisse bewusst und verdeutliche diese Anderen in der Kommunikation.

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